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Herzlich Willkommen auf der Website der Evangelischen Lukas-Kirchengemeinde Münster!
Glauben an Gott - als den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist?
- ja, aber was haben wir davon?
4.000 Testpersonen wurde acht Jahre lang regelmäßig der Blutdruck gemessen. Es sollte herausgefunden werden, ob Gottvertrauen lebensverlängernd wirkt.
Und man fand: Wer sonntags zum Gottesdienst geht oder regelmäßig die Bibel liest, hat um 40 Prozent niedrigeren Blutdruck. "Geborgenheit des Glaubens" baut also Stress ab, senkt den Blutdruck, schont das Herz. (!?)
Oder ist es so, dass die mit niedrigem Blutdruck einfach lieber zur Kirche gehen? Dass die auch recht gern in der Bibel lesen, weil sie nachdenkliche Lektüre der atemberaubenden vorziehen? Sicher haben die mit niedrigem Blutdruck mehr Harmoniesucht. Sie streiten vielleicht weniger. Aber wohl nicht, weil sie mehr Gottesglauben haben, sondern weil sie dem Streit gern ausweichen, lieber ihre Ruhe haben.
Gerade aus Frömmigkeit kann man kämpferisch sein. Es gibt wahrlich genug Skandalöses, um rund um die Uhr Menschen aus der Patsche zu helfen. Christen müssten sich viel mehr fertigmachen, um Hass zu entschärfen oder Obdachlosen zu Wohnraum zu verhelfen. - Hungernde Menschen - auch hier in Münster, Menschen, die suchen wo sie wie und unter welchen Bedingungen überhaupt noch sein können. - Meine doch keiner, wir könnten die Hungernden als "Wirtschaftsasylanten" zurückjagen. Meine doch keine, dass die Fragenden nur ihr Leben nicht geregelt bekämen. Wer so redet, der muss jedem Christen hohen Blutdruck machen - damit er dem mit solch gewissenverharzendem Geschwafel in die Parade fährt. Oder den endgültigen Leserbrief schreibt.
Ob Jesus niedrigen Blutdruck hatte, ist sehr offen. Er hat sich gerne angelegt mit Priestern und Herrschaften, mit denen, die Gottes Liebe verrieten. Außerdem: Er ist nicht alt geworden, trotz seines Gottvertrauens. Oder gerade deswegen nicht?
Gottvertrauen ist ja zuerst mal Abschied von der Angst, weil man sich in Gottes Händen weiß, egal was kommt. Und dann ist gutes, richtiges, liebevolles, sinngeladenes Leben wichtiger als ein langes. Fromm lebt man intensiv, und immer ein Stück auf der Grenze. Man arbeitet am Tellerrand des Lebens. Fragen Sie mal unsere Pfarrerin und die Pfarrer im Klinikpfarramt. Wer für Menschen da ist, hat keinen Leib mehr für sich allein. Wer Menschen oft eine neue Chance gibt, wird auch enttäuscht. Siebenmal siebzigmal vergeben - heißt auch, für dumm verkauft werden. Also ruhig ist das Leben nicht, zu dem einem Kirchgang und Bibel verhelfen. - Eher wird man zum Kompagnon Gottes.
Lesen Sie es mal nach, es ist bis heute so geblieben.
Was jedenfalls Kirchgang und Bibellesen beschaffen, ist Lust auf Gemeinschaft und Danksinn. Und doch: Jesu Gefährten lachen viel und packen kräftig mit an. Sie lassen aber Schicksalhaftes höheren Ortes gut aufgehoben sein, zergrübeln sich nicht die Nächte, sie halten es wie die Engel. Gefragt, warum sie fliegen können sagen sie: Wir nehmen uns leicht, wir wissen, es trägt uns einer, unser Gott nämlich. - Mit so einer Gelassenheit kann man alt werden, wenn es gewährt ist von Ihm.
Pfr. Stephan M. Stötzel
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